Anforderungen an die Bettenaufbereitung
Die Autoren Kramer, Ryll und Pitten weisen in der Zeitschrift "Krankenhaus-Hygiene + Infektionsverhütung" * auf die vielfältigen Veränderungen hin, die die Organisation der Bettenaufbereitung in den letzten Jahren erfahren hat. Die Matratzen-Dampfdesinfektion wurde durch die Verwendung von Matratzenschutzbezügen (Encasings) entbehrlich. Eine zentrale Aufbereitung der Matratzen ist dadurch nicht mehr erforderlich.
Krankenhausbetten haben ein großes Infektionspotenzial. Krankenhauspatienten besitzen ein höheres Infektionspotenzial als Gesunde, zumal Erreger in den patientennahen Bereich freigesetzt werden, die sich durch Antibiotikaresistenzen auszeichnen. Zum Bett werden neben dem Gestell, anmontierte Zusatzteile, elektrische und elektronische Teile, die Matratze sowie die Bettwäsche einschließlich Kissen und Decke gezählt.
Häufig wird heutzutage die Bettenaufbereitung aus Kostengründen dezentral durchgeführt. Bei der manuellen Aufbereitung muss das Procedere möglichst weitgehend standardisiert werden und als Arbeitsanweisung dokumentiert werden, da die Durchführung, anders als die zentrale Aufbereitung, keinem validierten Verfahren unterliegt.
Zur manuellen Aubereitung der Matratze wird ein desinfizierbarer, flüssigkeits- und erregerdichter Überzug (Encasing) empfohlen, der mindestens die Liegefläche und die Seiten umschließt. Auch für Kopfkissen und Decken existiert die Möglichkeit von wischdesinfizierbaren Encasings.
Bei der Wischdesinfektion der Hygieneschutzbezüge müssen diese auf Defekte, Durchfeuchtunge und Verschmutzungen überprüft werden und gegebenenfalls ausgetauscht und in die Krankenhauswäscherei gegeben werden.
Einmal jährlich sollen die Betten technisch überprüft und vollflächig desinfizierend gereinigt werden. Die Schutzbezüge werden der Wäscherei zugeführt.
Die Aufbereitung des Krankenhausbettes richtet sich nach dem Infektionspotenzial des vorherigen Patienten.
Mit entsprechenden Markierungen sollte sichergestellt werden, dass Kopfkissen und Decken spätestens nach 6 Monaten einem desinfizierenden Waschverfahren zugeführt werden, es sei denn, sie sind durch ein Encasing geschützt. Bei hochinfektiösen oder mit problematischen Erregern behafteten Patienten ist auf die desinfektorische Wirksamkeit des gewählten Verfahrens zu achten. Um eine Infektion beim Transport zu verhindern, müssen die erregerbehafteten Betten im Patientenzimmer desinfiziert werden.
Aufbereitete Betten werden regelmäßig durch eine Hygienefachkraft visuell geprüft. Außerdem werden mikrobiologische Stichproben gemacht.
* Kramer, A., Ryll, Sylvia, Pitten, Frank Albert, "Anforderungen an die Bettenaufbereitung", in: Krankenhaus-Hygiene + Infektionsverhütung, 33 Heft 1 (2011), S. 5-7.
